Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

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Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Shadow am Mo Aug 30, 2010 10:00 pm

Hey zusammen. Ich habe ein Buch angefangen, und werde es hier Schritt für Schritt
reinstellen. Also an die Tastatur und schreibt Shadow Kommentare! :DD

Prolog:
Prolog:
Er wusste nicht mehr was passiert war. Alle seine Gedanken waren wie weggewischt. Er wusste nur dass er weg musste. Weg von diesem unheilvollen Ort, der ihn so viele Opfer gekostet hatte. Nie hatte ihn sein Gefühl betrogen, nur dieses eine Mal. Und das war zu viel. Er konnte den Dingen nun nicht mehr seinen Lauf lassen, er musste versuchen sie zu stoppen. Doch wie? Wie konnte man einen Schatten stoppen? Langsam glitten seine Hände an dem rauen Holz der Eiche hinunter, das so viele Generationen überstanden hatte. War es nicht ein Wunder, das er immer noch hier stand? Er hätte eben so gut sterben können. Doch das Schicksal wollte es offensichtlich nicht so. Das Schicksal meinte es gut mit ihm. Neue Kraft kam in ihm auf, die ihn schreien lies. Er brüllte und fauchte in den Wind, der seine Stimme davon trug. Langsam stellte er seine Ohren auf, und sah ein letztes Mal zurück. Die Dunkelheit umgab Dark Moon wie ein Fluch. Wenigstens das hatte er geschafft. Nun würde die Trostlosigkeit in jeden Winkel des Gebäudes eindringen und würde seine Niederlage rächen. Doch er würde noch nicht aufgeben. Nicht jetzt, da er seinem Ziel so nahe war.

Kapitel1:
Kapitel 1:
Die Sonne kam langsam über den angrenzenden Hügeln hervor. Ihre langen, goldigen und warmen Strahlen strichen über die saftig grünen Wiesen, auf denen die Tautropfen glitzerten. In dem Licht strahlten sie wie tausende kleine Kristalle. Vögel zwitscherten in der frischen Morgenluft, wie man sie so oft in den Sommermonaten hören konnte. Neben den prachtvollen Wiesen strahlte der kleine dunkle Wald Einsamkeit und Trostlosigkeit aus, als ob sich schon lange mehr niemand um ihn gekümmert habe. Der reißende Fluss neben diesem unheilvollen Ort floss schnell und wendig um die Kurven, so als ob er es sehr eilig hätte. Das Wasser hörte man schon von weitem fröhlich plätschern. Die ausgewogene Vielfalt dieser Natur strahlte gerade zu aus der sonst unscheinbaren Landschaft hervor. Emily hob den Kopf und sah ein paar Schmetterlingen zu, die fröhlich ihre Runden über den bunten Blumen auf der Wiese drehten. Lächelnd schaute sie dem Wirbelwind aus bunten und grellen Farben zu. Die Insekten flatterten wild und aufgeregt umher, wie ein aufgescheuchter Bienenstock. Als sie genug von diesem prächtigen Farbspiel hatte, lies sie ihren Kopf wieder auf das Gras fallen. Über ihr sah sie die Wolken vorbei ziehen. Die weißen Gebilde, hatte sie schon sehr oft bewundert. Am liebsten würde sie sich mal auf so einer Wolke niederlassen. Wie flauschig das wäre... dachte sie nachdenklich. Eigentlich wusste sie, das solche Regenträger nass und kalt waren, aber warum sollte sie an die Realität glauben? War es nicht schön noch seine eigenen Träume zu haben? Emilys Vater glaubte jedoch andere Dinge. Er war Wissenschaftler und beharrte darauf, dass Träume ein Gespinst des menschlichen Gehirns seien. Doch sie glaubte das nicht. Ihre Träume waren ihrer Fantasie entsprungen. Dass Fantasie aus ihrem Gehirn kam, war ihr eigentlich ziemlich egal. Seufzend lies sie ihre Gedankengänge zerplatzen, wie eine kleine bunte Seifenblase. Sie erhob sich langsam und stand mühsam auf. Kurz fiel ihr Blick auf ihre Armbanduhr. Halb sechs Uhr Morgens. Bin ich froh das Ferien sind. Ich hätte jetzt weiß Gott keine Lust in die Schule zugehen, dachte sie zufrieden. Sie drehte sich ein wenig in Richtung des Waldes. Dort stand es. Groß, mächtig und weiß gestrichen. White Beauty hieß es. Es war eines der schönsten Häuser die Emily kannte. Das schwarze Dach hob sich von dem Rest des Hauses ab, und das schön verzierte eiserne Gartentor mit den vielen Schnörkeln, zeichnete das Gebäude schon seit Jahren aus. Auf der fruchtbaren Erde des großen Gartens, wuchsen Lilien, Rosen und andere bunte Blumen. Die Farben der Blüten strahlten etwas Beruhigendes und Anziehendes aus, dass das Mädchen schon immer genossen hatte. Es war auch nicht irgendein Haus – es war ihr Haus. Ihre Eltern hatte es vor vier Jahren gekauft, da ihr Vater es in der trüben muffigen Großstadt nicht mehr ausgehalten hatte. Sie sah in die schwarzen leeren Fenster des Hauses. Ein Licht sprang im oberen Stockwerk an. Das musste ihr Vater sein. Seufzend streckte sie ihre müden und trägen Beine. Sie hasste diese Zeit. Immer wenn sie am Schönsten war, ging sie immer so verdammt schnell um. Die Sonne war inzwischen ganz aufgestiegen. Bald würden ihre Eltern ihr Fehlen bemerken. Dann wäre die Ruhe, die sie nun vollständig umschlossen hatte, wie weggeblasen. Na, toll. Dieser Tag fängt ja mal gut an, dachte sie säuerlich.
*
„Emily, Schätzchen? Würdest du bitte noch den Tisch abräumen?“ trällerte ihre Mutter durch die große Küche ins Esszimmer. Emily erhob sich stöhnend und nahm die vier weißen Teller vom Tisch, auf denen die Brotkrumen noch auf der Marmelade klebten. Sie stellte sie auf der Anrichte neben dem Spülbecken ab. Dann flitze sie noch einmal zurück um die Marmelade und ihre halb leere Kakao Tasse zu hohlen. Gelangweilt schüttelte sie den Rest des Getränks in den Abguss. Das wäre erledigt. Dachte sie kurz. Doch es warteten noch viele andere Arbeiten auf sie. Sie musste ihrer Mutter helfen das kommende Unkraut im Garten zu beseitigen, außerdem aber noch etwas einkaufen gehen und etwas von ihren Hausaufgaben erledigen. Sie wollte sich schon träge ans Werk machen, da schneite ihr Vater ins Zimmer. Überschwänglich umarmte er seine Tochter. „Na, Emily? Hast du auch schön die Hausaufgaben gemacht?“, fragte er mit einer Spur Strenge in der Stimme. Sie schüttelte knapp den Kopf. Er sah sie tadelnd an, und wandte sich an seine Frau. Emily trat gelangweilt weg. Sie lief durch das Esszimmer am Tisch vorbei, zum Flur des Erdgeschosses. Ihre Schritte knarrten auf dem alten Birkenholzboden, als sie den schmalen Raum betrat. Sofort fiel ihr Blick auf das Schuhregal. Dort standen in Reihe und Glied ungefähr 10 nagelneue Schuhpaare. Sie muss sich schon wieder neue Schuhe gekauft haben. Wann nimmt das einmal ein Ende? Sie besah sich die Schuhe noch einmal genauer. Ein blutrotes Paar Lackschuhe fiel ihr besonders auf. Die waren bestimmt nicht billig gewesen! Ein Blick auf das Namens Etikett bestätigte ihre Vermutung. Dort standen in der schönen verschnörkelten Handschrift die Lettern: Lucy Whinter. Emilys große 16 jährige Schwester. Emily schnaubte. Woher nahm sie nur immer das Geld für so etwas? Sie versetze den Schuhen noch einen letzten, bösen Blick, bevor sie eilends die lange Ebenholztreppe hinauf lief, die zum 1. Stockwerk führte.
*
Emily hatte schon so manche Überraschung erlebt. Einmal war ihr Hund Cookie aus Versehen in den kleinen Schornstein des Hauses gefallen. Diese kleine Röhre lag unmittelbar über dem Balkonfenster. Cookie musste auf das Geländer geklettert sein, um dann in das tiefe schwarze Loch zu springen, aus dem es so verführerisch nach Fleisch roch. Die nichts ahnende Emily, die in der Küche gerade das Essen machen wollte, hatte sich zu Tode erschrocken, als sie ein Schwanz wedelndes, Ruß geschwärztes kleines Monster, aus dem Kamin laut bellend, freudig begrüßt hatte. Ein andermal war sie mit ihren Eltern bei Freunden zum Essen eingeladen. Ihr Vater kannte die beiden schon aus seiner Schulzeit und hatte Emily davor schon so einiges über sie erzählt. Was sie allerdings nicht gewusst hatte, beide stammten aus Schweden. Nun, schön und gut. Nur was es an diesem Abend zu essen gab, übertraf alle ihrer kühnsten Vorstellungen des schwedischen Essens. Anfangs hatte sie interessiert auf die runden langen Dosen geschielt. Doch als sie sie geöffnet hatte, war ihr so gleich ein übel stinkender Fischgeruch in die Nase gestiegen. Der Auslöser dieses Gestanks, war ein halb vergammelter so genannter Surströming. Wie sie später erfuhr, war das eine schwedische Spezialität. Die Herstellung bestand darin, einen noch frischen Ostseehering in einer Konserven Dose zu lagern, und diesen nach ungefähr einem Monat zu verspeisen oder dort zu verkaufen. Emily war nicht sonderlich begeistert über diese Art von Festmahl. So waren sie nach dem schnellen Besuch zu einem Fastfood Restaurant gefahren, wo sie sich halb ausgehungert einen schönen großen Hamburger bestellt hatte. Doch diese beiden komischen Geschichten übertrafen das, was sie vor der Haustür erwartete, in keinem Fall. Die Klingel schrillte, und Emily rannte keuchend zur Tür. Als sie die Tür mit einem lauten Knall auf stieß, wusste sie erst nicht so Recht, wohin sie gucken sollte. Alles an dieser Frau schien komisch und nicht zu einander zu passen. Emily fielen sofort die braunen Lederschuhe auf, die notdürftig an einigen Stellen zusammen geflickt waren. Ihr Blick wanderte weiter, über die ausgewaschene Jeans, bis zu der knallroten Bluse, auf deren Stoff einige Wappen und Urkunden genäht waren. Dann, bevor sie zum Gesicht dieser Person hinauf sehen konnte, wurde sie mit einem Schrei der Freude fest umarmt. Emily musste nach Luft schnappen um nicht zu ersticken. Die borstigen blonden Haare, kitzelten sie im Nacken. Endlich nach einer halben Ewigkeit wurde sie wieder losgelassen. Die listigen, schnellen Augen ihrer Tante Magret, musterten sie aufmerksam. „Du bist aber gewachsen Emily. Bald bist du so groß wie deine Mutter! Ist sie übrigens Zu hause? Ich würde sie liebend gerne wieder sehen. Nach dieser Ewigkeit...“ Sagte sie ohne eine Spur einer Begrüßung. Emily sah verwirrt zu ihr auf. Sie reagierte erst nach ein paar Sekunden, drehte sie sich langsam um, und rief in den Flur hinein: „Mom! Hier ist jemand für dich an der Tür!“ Emily lauschte kurz ins Haus, ob ihr Rufen gehört worden war, dann ging wieder zurück zu Magret. Sie musterte die große stämmige Reporterin. Sie hatte sich fast nicht verändert. Nur ein paar Falten auf der Stirn und unter den Augen, verrieten das Magret nicht mehr die Jüngste war. „Was führt dich denn in unsere Gegend, ich dachte du wärst in Südafrika, um etwas über die dort lebenden Tiere herauszufinden?“ Sagte sie noch immer verwundert zu ihrer Tante. Diese räusperte sich erfreut und antwortete: „Ja, Emily, ganz Recht. Doch da wir vor kurzem einen Neuzugang bekommen haben, dachte ich mir, dass ich dem neuen den Vortritt lasse und mal für einen Monat Pause mache. Und da ich schon ewig einmal wieder hier vorbei schauen möchte, dachte ich mir kurzerhand, Warum stattest du deiner Schwester und deinen Nichten nicht mal einen Besuch ab?“ Sie lachte kurz auf. Hinter Emily tauchte ihre Mutter auf. Sogleich warf sie sich ihrer Schwester um den Hals und lachte, voller Wiedersehensfreude laut auf. Ich geh dann mal lieber wo anders hin... Ich denke das hier wird noch lange dauern. Und ich habe keine Lust die langweiligen öden Gespräche der Erwachsenen mit zuhören. Dachte sie belustigt. Emily drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück ins Haus. Gerade als sie die Treppe hinauf in ihr Zimmer gehen wollte, stürmte auch ihr Vater den Flur entlang zur Haustür. Alle Erwachsenen an einem Fleck. Seufzend stieg sie die knarrende Treppe hinauf. Die dunklen Stufen ächzten unter dem Gewicht Emilys beunruhigend. Doch sie war das schon von dem alten Haus gewöhnt. Oben angekommen stieß sie eine der vier Türen, die, die zu ihrem Zimmer führte, auf. Die Tür knallte gegen das Bücherregal, das sich unmittelbar dahinter befand. Die Bücher purzelten heraus, und verteilten sich über dem ganzen Boden. „Nah toll!“ fluchte Emily leise vor sich hin. Sie hatte gerade begonnen, die Bücher wieder ins Regal an ihren Platz zu stellen, da öffnete sich die Türe wieder, und knallte gegen ihren Rücken. „Aua!“ Sagte sie empört. Sie drehte sich um und bemerkte ihre Tante die im Türrahmen stand. „Was machst du denn hier? Ich dachte meine Eltern würden dir alles erzählen, was sie all die Jahre mit dir verpasst haben?“ Normalerweise war ein Besucher nach seiner Ankunft (ob freiwillig oder nicht) erst einmal damit beschäftigt, sich mit Emilys Eltern zu unterhalten. „Nun ja.“ Setze sie zum reden an. „Unterschätze nie eine Reporterin! Denn dieser Beruf bringt auch seine Vorteile. Ich habe gelernt Leuten, die um den heißen Brei herum reden, den Mund zu stopfen. Zwar war das bei deinen Eltern nicht der Fall, doch kenne ich meine Schwester und deren lange Gespräche sehr gut. Man muss nur etwas Müdigkeit und Desinteresse vor täuschen, dann lassen sie dich fürs erste mit einem: „Schön das du hier bist, du kannst das obere Zimmer belegen. Gute Nacht!“ In Ruhe.“ Sie holte kurz Luft. Emily grinste ihre Tante an. Eigentlich war sie total in Ordnung. „Wenn meine Mutter das hier mit angehört hätte, wäre sie bestimmt nicht mehr gut auf dich zu sprechen.“ Sagte Emily lachend. Magret räusperte sich und viel in das Lachen ihrer Nichte ein. Dann blickte sie hinter Emily in ihr Zimmer. Als sie das Durcheinander der Bücher bemerkte sagte sie sofort: „Ich habe doch immer gesagt, schon seit ihr hier eingezogen seit, stell das Bücherregal nicht hinter die Tür! Aber warte, ich helfe dir das Chaos zu beseitigen. Sie betrat den großen hell gestrichenen Raum und bückte sich so gleich um ein besonders schweres eingebundenes Buch aufzuheben. Dabei stöhnte sie immer mal wieder und beklagte sich über ihren angeblich kaputten Rücken. Endlich nach einer halben Ewigkeit waren sie fertig. Zufrieden betrachteten sie ihr Werk. Nun waren die Bücher wieder ordentlich, sogar nach Buchstaben ins Regal eingeordnet. Emily klopfte sich die müden Hände an der Jeans ab. „Lass uns runter gehen.“ Meinte sie zu Magret. „Ja lass uns runter gehen.“ Meinte auch sie. Zusammen verließen sie ihr Zimmer und gingen die Treppe hinunter in den Flur und dann in die Küche, in der es verführerisch nach Spaghetti Bolognese roch.

Kapitel2:
Nach dem Essen waren Emily und Magret ins Wohnzimmer im  ersten Stock gegangen um noch ein wenig Fern zu sehen. Sie waren beide ziemlich satt und voll gewesen, was zur Folge hatte, das sie keine der leckeren Kekse, die ihre Mutter immer auf das kleine Tischen vor dem Fernseher stellte, essen konnten. Immer wieder hatte Emily zu den verführerischen Schokoladen Desserts geschielt, sich dann aber doch wieder zusammen gerissen. Nein. Hatte sie immer wieder gedacht. Nein, schau einfach auf den Fernseher um dich abzulenken. Das ist jetzt echt nicht mehr nötig. Man soll vor dem Schlafen gehen am besten nichts mehr essen. Sonst kann man so schlecht einschlafen. Magret hatte von dem Kampf der in ihrer Nichte vorging, nichts mitbekommen. Sie hatte nur auf den Fernsehbildschirm gestarrt, auf dem gerade eine Sendung über Eichhörnchen kam. „Eichhörnchen sind meist Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit sucht sich das Männchen ein Weibchen. Weibliche Eichhörnchen können bis zu sechs Junge bekommen. Eichhörnchen...“ Der Moderator hörte sich fast gelangweilt an, als er die verschiedenen Fakten herunter leierte. Magret setze empört zum Reden an: „Nein, also wirklich. Diese Ausdrucksweise! Er war ja nicht Tag und Nacht in den Wäldern um diese äußerst schlauen Wesen zu beobachten. Er bekommt die Informationen die er sagen muss, und damit hat es sich. Und vor allem stimmen diese Informationen zum Teil über Haupt nicht! Es kommt zum Beispiel sehr häufig vor, das Eichhörnchen in Gruppen umher ziehen. Auch können diese  Tiere sehr wohl mehr als sechs Jungen auf einmal werfen.“ Emily war es schon gewohnt, das ihre Tante zu jeglicher Tier und Natur Dokumentation ihren eigenen Kommentar abgeben musste. So sah sie nur genervt zu ihr herüber und wandte sich dann wieder der Mattscheibe zu. „Die Jungen werden in den Bauen der Eichhörnchen groß gezogen. Den so genannten Kobeln…“  Doch der arme Moderator wurde sofort wieder unterbrochen. „Ein aus Ästen gebautes, kleines Schlupfloch, das sich meist in Bäumen findet.“ Sagte Magret bestimmt. Nun griff sie gelangweilt zur Fernbedienung um umzuschalten. An diesem Abend schienen dummerweise auf sämtlichen Fernsehsendern Tier Dokumentationen gesendet zu werden. Als sie sich eine Raben Sendung, eine Reportage über den aussterbenden Eisbär und etwas über Hausratten angeguckt hatten, machte Emily den Fernseher aus. Ihr hingen die ständigen Kommentare ihrer Tante langsam zu Hals raus. So deckte sie sich mit der weichen flauschigen Decke zu, und kuschelte sich an Magret. „Erzählst du mir wieder etwas von deinen Reisen?“ fragte sie. Ihre Tante hatte geantwortet: „Was möchtest du hören? Eine meiner Antarktis Touren oder lieber etwas vom Regenwald in Südamerika?“ Emily liebte es, den spannenden Geschichten zuzuhören. Es war wie eine Traumreise, sich die aufregenden Geschichten vor ihrem geistigen  Auge vorzustellen. Sie meinte leise und schon halb entspannt: „Erzähl mir etwas über Norwegen.“ Ein paar Sekunden war es still. Ihre Tante schien zu überlegen. Dann räusperte sie sich. „In Ordnung. Aber versprich mir, das du das keinem weiter erzählst, hm? Ich glaube nämlich, das die Presse da einen riesigen Wirbel drum machen würde.“ Ihre Nichte nickte zustimmend. Nun fing ihre Tante an zu erzählen: „Es war ein kalter frostiger Januartag. Mein Kamerateam und ich waren schon sehr früh aufgestanden, um unsere Ausrüstung bereit zu machen. Wie hatten uns in einem Tal Namens Gudbrandsdalen niedergelassen, in dem wir hofften, neue Spuren der Wildkatzen zu finden. Der Tag brach schnell an, und nach Sonnenaufgang waren wir schon in einem kleinen Nahe gelegenen Wald. Wir waren einem kleinen Fluss gefolgt, da sich Tiere meistens in der Nähe Wassers einquartierten. So schlugen wir dort, auf einer kleinen Lichtung unsere Zelte auf. In der Nacht hielten wir Wache. Unsere Taschenlampen hatten wir im Lager gelassen, da uns die Tiere sonst unnötig sehen würden. Schon nach kurzem hatten wir eine Fährte entdeckt. Es waren eindeutig Spuren von Katzen, was man an der Pfotenform erkennen konnte.  Erfreut folgten wir dem Hinweis. Als einer meines Teams aufschrie, wusste ich, dass wir sie gefunden hatten. Komischerweise, waren die sonst so schreckhaften Wesen durch den Laut meines Kollegen nicht davon gerannt oder aufgescheucht worden. Die gelblichen Augen schimmerten im Licht des Mondes.  Doch es war nicht nur ein Augenpaar. Mehrere grüngelbliche Augen folgten uns interessiert. Schon ab da hätte ich merken sollen, dass etwas nicht gestimmt hatte. Du musst wissen, dass Katzen in freier Wildbahn sonst Einzelgänger sind. Es ist bisher noch nie vorgekommen, dass man sie in Rudeln angetroffen hat. Wir haben sie ausreichend gefilmt, bevor wir wieder zu den Zelten zurückgekehrt sind. In der nächsten Nacht wollten wir sie wieder suchen, doch wir fanden sie nicht. Nach dieser ergebnislosen Nacht packten wir unsere Zelte ein, und gingen wieder ins Hotel zurück, um unsere Reportage anzufangen. Seit dem, haben wir sie nie wieder gesehen. Und als wir im Dorf herum gefragt haben, wollte niemand ein solches Katzenrudel je gesehen haben.“ Sie beendete ihren Bericht. Emily lief es eiskalt den Rücken hinunter. Langsam drehte sie sich um. Nur sicherheitshalber sah das Mädchen aus dem Fenster zum dunklen Wald hinaus, an dem sie am Morgen noch gespielt hatte. Durch die schmalen schwarzen Bäume, konnte sie nichts Merkwürdiges erkennen. Sie fragte sich ob sie das beunruhigte oder nicht.
                                                                  *
Emily schlief in dieser Nacht schlecht. Unruhig wälzte sie sich hin und her. Der Schweiß rann ihr die Stirn und die Wangen hinunter. Immer wieder wachte sie auf, und musste sich zwingen, wieder in Ruhe weiter zu schlafen. In ihren Träumen jagte sie einer schwarzen Gestalt hinterher. Ihre Füße stießen leicht auf den weichen Boden auf, der sich unter ihr befand. Etwas trieb sie dazu weiter zu rennen. Immer weiter und nie anzuhalten. Ihre dunkelbraunen Haare flatterten wild um sie, als Emily hoch über einen Ast hin weg setze. Sie verspürte den Drang schneller zu rennen. Schwarze Schatten wirbelten um sie. Die schwarze vermummte Person rannte weiter und schien überlegen zu kichern. Die Dunkelheit begann näher zu kommen. Die Schatten kreisten um sie.  Eingeschlossen in ihrer Mitte drehte sich das schlanke große Mädchen um sich selbst. Plötzlich tat sich ein Spalt in ihrer Mitte auf. Gleißend weißes, helles Licht strömte zu ihr. Die schwarze Farbe des Wesens, das sie verfolgt hatte, wich nun einem hellen Gelb. Sie stellte sich in das Licht und brüllte etwas, was Emily nicht verstand. Geblendet ging sie ein paar Schritte nach hinten. Die Schatten stoben auseinander. Nun war nur noch sie da. Und die Lichtgestalt. Seltsamer Weiße hatte die Dunkelheit ihr Schutz geboten. Das Licht stellte sie in den Vordergrund. Es war ihr unangenehm. Immer noch schockiert fletschte Emily die Zähne und sprang auf die Lichtquelle zu. Ein gellender Schrei entfuhr ihrer Kehle. Eine Hand drückte sie auf das Loch, dem das Licht entwich, die andere  hob sie in die Höhe.  Über Emilys kleiner Gestalt erhob sich der Lichtschimmer und tänzelte in den dunklen Abendhimmel.  Nun war es wieder dunkel. Die Dunkelheit umhüllte sie ganz. Innerlich wurde es finster in ihr. Kälte kam in ihr auf, sie schien in sie einzudringen. Doch sie bewegte sich noch immer nicht vom Fleck. Sie ließ sich auf der Erde nieder. Dann schloss sie ihre Augen.
                                                                  *
Emily wachte schweißgebadet auf. Sie fuhr sich erschrocken durch das dünne lange Haar. Etwas war merkwürdig. Warum muss ich immer so verrückte Sachen träumen? Fragte sie sich verstört. Als sie ihre Hände betrachtete, wäre ihrem Mund fast ein kleiner Aufschrei entwichen. Ihre Finger waren über und über mit Blut befleckt. Es tropfte hinunter auf den dunklen Holzboden und bildete eine kleine Lache unterhalb ihres Bettes. Erschrocken sprang sie auf und rannte zu ihrer Zimmertür. Sie riss sie auf und stürmte die lange Treppe hinunter. Die Stufen knarrten, was sie ungemein verängstigte, obwohl sie das alte Haus doch schon so lange kannte. Im Flur blieb sie keuchend stehen. Hektisch sah sie sich um und drückte, kurz entschlossen, die Tür des Schlafzimmers ihrer Eltern auf. „Mum! Dad! Ich…ich…“ Heftig schnaufend sah sie sich in dem großen Zimmer um. Das große Doppelbett stand unschuldig in der einen Ecke des Zimmers. Mit einem Mal erschien ihr der kurze Weg von der Tür zum Bett wie ein Fußmarsch über den Atlantik. War sie nicht völlig schutzlos den Schatten des Zimmers ausgeliefert? Im Traum hatte ihr die Dunkelheit und die Finsternis Schutz gegeben. Doch jetzt fühlte sie sich den dunklen Winkeln des Raumes ausgeliefert. War es nicht töricht gewesen, allein hinunter zu kommen? Eine Gestalt setze sich im Bett auf. Emily wich erschrocken zurück, bis sie gegen die Wand stieß. Das Licht ging an. Ihr Vater sah sie verschlafen an. „Was ist denn Emily? Es ist...doch erst drei Uhr morgens. Geh wieder in dein Zimmer, wir möchten noch mindestens sechs Stunden schlafen.“ Seine Tochter, die Anstalten gemacht hatte, aus dem Zimmer zu rennen, zuckte bei der Nennung ihres Namens förmlich zusammen. Langsam aber sicher drehte sich das Mädchen um. „Nun….Sie dir das mal an….“ Sie streckte ihre Hand vor. Ihr Vater musterte sie eingehend, bevor er antwortete: „Ich sehe nichts besonderes. Oder irre ich mich?“ Nun sah auch Emily hinunter. Sie hatte es vorher entschieden vermieden das Blut noch einmal anzusehen, doch nun erblickte sie nichts mehr. Die glatte Haut zog sich, ohne die Spur einer Narbe, wie gewohnt über ihre Hand. Verwirrt zog sie auch die andere Hand aus ihrer Hosentasche hervor. Doch auch an dieser war nichts zu sehen. Kein Blut, keine Narben, absolut nichts. Kopfschüttelnd lies sich ihr Vater wieder zurück in die Kissen sinken und döste nach ein paar Sekunden wieder ein. Emily ging verwirrt und verängstigt zugleich nach oben in ihr Zimmer. Doch als sie wieder in ihrem kuscheligen, warmen Bett lag, musste sie sich eingestehen, dass es sinnlos war, noch einmal einzuschlafen. Sie wollte diesen Traum nicht noch einmal haben. Nein. Um keinen Preis wieder dem Licht und der Dunkelheit begegnen. Niemals mehr. Beschloss sie. Emily streckte die Hand tastend am Bett hinunter. Als sie den glatten Einband ihres Lieblingsbuches unter ihren Fingern spürte, schloss sie ihre Hand darum, und zog es hoch. Seufzend blätterte sie ihr Lesezeichen auf, und begann zu lesen.

LG ~Shadow~


Zuletzt von Shadow am Fr Sep 17, 2010 7:23 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Morgenfeuer am Do Sep 16, 2010 7:58 pm

Also wirklich Leute.
Warum macht ihr keine Kommentare !? Diese Geschichte hat es ja wohl wirklich verdient :')

Shadow, Shadow, Shadow... das ist guut ! ;D
Sag mal, bist du echt erst 12 ? Weil ich bin 14 und ich schreibe auch gerade an einem Buch, welches schon 10 Kapitel hat (: Im A5 Format ungefähr 175 Seiten :))
Aber davon will ich jetzt nicht reden.
Das, was du geschrieben hast.. das ist wirklich genial. So detailliert und genau und anschaulich und ansprechend und interessant und so weiter ;')
Nur eine winzig kleine Sache ist mir aufgefallen, aber das ist eigentlich nicht schlimm. Ich fande es am Anfang ein wenig komisch, dass Emily gar nicht mit ihren Eltern gesprochen hat und so.. Vielleicht solltest du ein wenig mehr wörtliche Rede einbringen, nur als Tipp.
Und ich hab eine Frage ;D Warum ist Tante Magret in Emilys Zimmer gekommen ? Sie kam ja nach oben, weil sie sich nicht von der Mutter aufhalten lassen wollte, aber dann ist sie in Emilys Zimmer..
Naja, aber sonst ist es wirklich perfekt ! <3
Ich hoffe du machst weiter !! :3
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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Shadow am Fr Sep 17, 2010 7:22 am

Danke für das nette Kommi! Ja mit dem Buch bin ich schon fertig, und ich werde dieses Jahr meine GFS darin in Deutsch halten. Ja, ich bin 12 Very Happy Manche kaufens mir auch nicht ab^^
Ich würde mich freuen, wenn du dein Buch auch hier reinstellen würdest.
Ach übrigens ich habe das nächste Kapitel dazu editiert.

~Shadow~

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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Morgenfeuer am Fr Sep 17, 2010 3:07 pm

Wirklich gut ! (:

Jetzt ist es auch richtig spannend geworden :o :')
Ich bin gespannt auf das dritte Kapitel ;)
Achso, aber ich glaube ich möchte mein Buch hier nicht reinstellen... naja, es ist eigentlich geheim.. tut mir leid, klingt wahrschienlich ein wneig dumm .. :D
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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Shadow am Sa Sep 18, 2010 10:37 am

Ach quatsch. Ich kann das gut verstehen! Ich hatte am anfang auch etwas muffel, weil sich hier ja jeder meine Idee rausklauen könnte!
Das dritte Kapitel folgt in Kürze <3

~Shadow~

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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

Beitrag  Morgenfeuer am So Sep 19, 2010 5:35 pm

Ja.. Okay, deswegen will ich eigentlich auch nicht (:

Das ist gut, ich freu mich drauf <3
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Re: Das Vermächnis von Dark Moon - Animalis (bitte Kommis!)

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